


„Genau so haben wir uns das vorgestellt” möchten alle Beteiligten des Z am Ende liebend gerne sagen können. So verrät es uns auch Herbert Laumeyer, Baustellenleiter auf dem Areal des Z OST, in unserer Interviewreihe “Menschen im Hinter dem Projekt”. Herr Laumeyer erklärt, wann für ihn bei seiner Arbeit beim Bauunternehmen ZÜBLIN ein Projekt beginnt und wann es endet und wie Wohnraum weiterhin lebenswert und bezahlbar bleibt.
Herr Laumeyer, Sie betreuen das Projekt Z als Baustellenleiter für das traditionsreiche und renommierte Bauunternehmen ZÜBLIN. Wie würden Sie das Projekt in drei Worten beschreiben?
Herbert Laumeyer: „Spannend, ungewöhnlich, strahlend.“
Das Wohnbauprojekt Z ist ja kein klassisches Bauvorhaben, bei dem am Ende ein reines Wohngebäude entsteht. Es gibt ein Leitbild, eine Vision des Zusammenlebens mit Begegnungsstätten und gemeinschaftlich nutzbaren Angeboten. Was ist Ihre Motivation, sich an einem solchen Projekt zu beteiligen? Und wo liegen die Herausforderungen?
Herbert Laumeyer: „Als Herausforderung empfinde ich, das Verständnis des Leitbildes in der Umsetzung auch sichtbar werden zu lassen. Die Fragestellung ist nicht: Was zu welchem Preis, sondern wie soll es werden und wie ist die Wirkung!
Ich stelle mir das Projekt vor, wie ein kleines Dorf, das als Gebäude entsteht inmitten einer Großstadt. Mich begeistern z.B. der Naschgarten (ich liebe Früchte naschen) und auch die Konzeption der Laubengänge, die lebenswerte Orte sein werden. Auch die Aufgabe, für einen Eigentümer zu bauen, der sich so einbringt, motiviert mich. Hier – hier geht es darum, einander zu verstehen, Vorstellungen zu übertragen und ein Projekt gemeinsam umzusetzenzu entwickeln, das sich menschlich – wie der Eigentümer selbst – weiterentwickelt.“
Das Thema Wohnraum wurde in den letzten Jahren gerade in den Großstädten und Ballungszentren immer dringlicher. Wie sehen Sie diese Entwicklung aus baulicher Sicht? Was muss sich verändern, um in Zukunft allen Menschen lebenswerten und bezahlbaren Wohnraum zu bieten?
Herbert Laumeyer: „Es wird wohl weiter eine Umnutzung von Gewerbeflächen hin zu Wohnflächen geben, da produzierendes Gewerbe weniger Flächen benötigen wird und das Wohnen im Gegensatz mehr. Und zum Thema “bezahlbarer Wohnraum”: Florierende Städte wie München ziehen Menschen an. Die attraktiven Flächen ins Umland zu legen, erhöht den Verkehr zwischen Innenstadt und Land – und der Wohnraum würde nicht günstiger werden. Als Pendler zwischen günstigem Wohnraumen und Arbeit hin- und herzureisen, sehe ich auch nicht als Lösung. Knappe Flächen führen zu hohen Grundstückspreisen, was sich wieder auf die Endverbraucherkosten auswirkt. Eigentlich kann nur ein Überangebot an Wohnraum die Preise reduzieren, also die Schaffung von Wohnraum – und das geschieht beim Z.“
Sehen Sie auch die Baubranche in der Verantwortung, diese Ziele umzusetzen? Und wie kommt das Z diesen Zielen nach?
Herbert Laumeyer: „Das Bauen an sich erachte ich nicht als das Problem. Der Bau des Z wird für einen Schub an Wohnflächen in Laim sorgen, sodass aus dem alten Gewerbehof ein florierendes Quartier des Wohnens und Zusammenlebens entsteht – mehr Wohnraum, also ein Volltreffer! (Mein kleines Dorf, wie oben schon erwähnt.)“
Konkret zu Ihrer Rolle vor Ort: Ein Bauprojekt ist stets ein komplexes Unterfangen, an dem von der Planung bis zur Fertigstellung viele Akteur*innen beteiligt sind. Wann bzw. womit beginnt das Projekt für Sie? Und wann endet Ihre Arbeit vor Ort?
Herbert Laumeyer: „Ein Projekt beginnt für mich in der Theorie mit der Auftragsunterschrift und in der Praxis mit der Baustelleneinrichtung, also wenn alle Maschinen und Geräte an Ort und Stelle gebracht werden und das Material zum Projektstandort geliefert wird. Das Ende eines Projekts beginnt mit der Übergabe an den Auftraggeber. Damit ist der erste große Schritt geschafft, sodass aus einer anfänglichen Idee ein tatsächlich existierendes Projekt wurde – eine Idee zum Anfassen. Ein richtiges Ende erfolgt aber erst, wenn sich die Qualität in Realität bewiesen hat.“
Welchen Satz möchten Sie sagen können, wenn das Projekt fertiggestellt ist?
Herbert Laumeyer: „Genau so haben wir uns das vorgestellt!“
Wir danken für das Gespräch.
Fotos: Sebastian Stiphout (1), Ed. Züblin AG (2, 3)